// AI Act · Art. 50 im Überblick
KI-Kennzeichnungspflicht.
Art. 50 seit 2. August 2026.
Seit dem 2. August 2026 verlangt Art. 50 der EU-KI-Verordnung, dass KI-Inhalte transparent gemacht werden: Deepfakes und bestimmte KI-Texte müssen klar erkennbar als KI-generiert offengelegt werden. Wir machen Ihre KI-Inhalte rechtssicher und halten dabei Ihre Produktion am Laufen.
der EU-KI-Verordnung regelt die Transparenzpflichten
zwingend anwendbar ab diesem Datum
€ oder 3 % Weltumsatz: Bußgeld pro Verstoß
sehr weit definiert: fast jedes fotorealistische KI-Bild
// Die Pflicht
Was Art. 50
von Ihnen verlangt.
Art. 50 der EU-KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689, „KI-VO“ / „AI Act“) regelt die Transparenzpflichten für KI-Inhalte. Unterschieden wird zwischen Anbietern (entwickeln das KI-System) und Betreibern (nutzen KI beruflich). Für Unternehmen und Agenturen ist meist die Betreiber-Rolle relevant.
Wichtig: Die Kennzeichnung sagt nichts über Wahrheit oder Qualität aus, nur über den künstlichen Ursprung. Sie schützt die öffentliche Meinungsbildung und das Vertrauen ins Informationsökosystem.
Ein Deepfake ist nach Art. 3 Nr. 60 KI-VO ein KI-erzeugter oder -manipulierter Bild-, Ton- oder Videoinhalt, der wirklichen Personen, Orten oder Ereignissen ähnelt und fälschlich als echt erscheinen würde. Der Wortlaut ist extrem weit: Stand heute kann fast jede fotorealistische KI-Abbildung darunterfallen. Eine allgemein verständliche Einordnung finden Sie im Glossar von Stein & Pixel: Was ist ein Deepfake?
Hinweis: AI Pirates ist eine KI-Agentur, keine Rechtsberatung. Diese Seite gibt den Stand allgemein verständlich wieder. Für die verbindliche juristische Bewertung Ihres Einzelfalls stimmen Sie sich bitte mit Ihrer Rechtsabteilung ab.
Die Pflichten aus Art. 50
// Umsetzung
Kennzeichnung
nach Format.
Bilder
SICHTBAR BEI ERSTER ANSICHT: AUCH BEI EINGESCHRÄNKTEM SEHVERMÖGEN
Videos
NICHT HINTER UI-ELEMENTEN
Audio
PODCASTS, VOICEBOTS, SPOTS
Texte
BLOG, NEWS, PR
Sichtbarkeit schlägt Metadaten: C2PA-Metadaten sind eine gute technische Basis, gehen aber bei Re-Upload und Screenshots verloren, und befreien nicht von der sichtbaren Kennzeichnung.
// Ausnahmen
Wann Sie nicht oder
nur eingeschränkt kennzeichnen müssen.
Kunst & Satire
Bei offensichtlich künstlerischen, kreativen oder satirischen Werken wird die Pflicht abgemildert: ein dezenter Hinweis genügt, der den Genuss des Werks nicht beeinträchtigt. Die Ausnahme ist allerdings unscharf formuliert. Wer sich bei Werbeinhalten auf „Kunst“ beruft, trägt ein hohes Haftungsrisiko.
Human-in-the-Loop
KI-Texte sind von der Pflicht befreit, wenn sie einer menschlichen Überprüfung / redaktionellen Kontrolle unterzogen wurden und eine Person die redaktionelle Verantwortung trägt. Ein nachweisbares finales Lektorat befreit in der Regel.
Strafverfolgung
Die Offenlegungspflicht entfällt, wenn die Nutzung gesetzlich zur Aufdeckung, Verhütung, Ermittlung oder Verfolgung von Straftaten zugelassen ist. Für Unternehmen und Agenturen praktisch selten einschlägig.
// Risiko & Fristen
Was auf dem
Spiel steht.
Sanktionen
08.05.2026 · Entwurfsleitlinien
Die EU-Kommission veröffentlicht Entwurfsleitlinien zu Art. 50.
10.06.2026 · Code of Practice
Freiwilliger Kodex veröffentlicht: erleichtert den Compliance-Nachweis. Erste Signatory-Frist: 22.07.2026.
02.08.2026 · Pflicht greift
Art. 50 wird zwingend anwendbar. Ab jetzt drohen Bußgelder und Abmahnungen.
02.02.2027 · Interoperabilität
Frist für interoperable Watermark-Detektoren (Code of Practice).
// Empfehlungen für die Praxis
So setzen Sie
die Pflicht im Alltag um.
Im Zweifel kennzeichnen
Ob und wie gekennzeichnet werden muss, ist Einzelfall. Bei der weiten Deepfake-Definition ist defensive, großzügige Kennzeichnung der sicherste Weg.
Tool-Whitelisting & Richtlinie
Nur geprüfte KI-Tools mit konformen Wasserzeichen / C2PA, klare interne KI-Richtlinie, Klauseln für externe Creator. Diese Strukturen bauen wir gemeinsam mit Ihnen auf.
Beweise sichern
Original-Prompts dokumentieren, Vier-Augen-Prinzip vor Veröffentlichung. So belegen Sie den menschlichen Anteil und sind bei Nachfragen abgesichert.
// Selbst-Check
Muss ich das
kennzeichnen?
In 2-3 Klicks zur Ersteinschätzung. Keine Rechtsberatung: eine Orientierung auf Basis von Art. 50 KI-VO.
Ergebnis ist eine unverbindliche Orientierung. Für die rechtssichere Bewertung Ihres Einzelfalls wenden Sie sich an Ihre Rechtsabteilung oder eine Fachanwaltskanzlei. Gern prüfen wir Ihre Inhalte auch in einem Kennzeichnungs-Audit.
// Kostenloser Download
KI-Kennzeichnungs-
Checkliste 2026
Ein PDF mit 4 Seiten: Prüfung der Betroffenheit, Kennzeichnung nach Format (Bild, Video, Audio, Text), Ausnahmen und 8 Maßnahmen für die Umsetzung.
// FAQ
Häufige Fragen
zur Kennzeichnung.
Ab wann gilt die KI-Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO?
Seit dem 2. August 2026. KI-Anbieter müssen Outputs maschinenlesbar markieren, KI-Betreiber müssen Deepfakes und bestimmte KI-generierte Texte für Menschen klar erkennbar als KI-generiert offenlegen.
Müssen KI-generierte Bilder gekennzeichnet werden?
In der Regel ja. Die Deepfake-Definition (Art. 3 Nr. 60 KI-VO) ist sehr weit: Stand heute kann jede fotorealistische KI-Abbildung, die echten Personen, Gegenständen oder Ereignissen ähnelt, ein kennzeichnungspflichtiger Deepfake sein. Im Zweifel kennzeichnen.
Wie muss eine KI-Kennzeichnung aussehen?
Klar, eindeutig und barrierefrei, spätestens bei der ersten Ansicht. Empfohlen: Label „AI“ oder „KI-GENERIERT“ in Großbuchstaben, größtmöglicher Kontrast (mind. 4,5:1) und ausreichend groß, damit es auch bei eingeschränktem Sehvermögen als zentrales visuelles Element erfassbar ist: plattformgerecht, bei Kurzvideos durchgehend, bei Audio gesprochene Hinweise.
Müssen KI-Stimmen (Voice) gekennzeichnet werden?
Ja, sobald die Stimme menschlich klingt. Die Annahme, dass nur geklonte Stimmen realer Personen kennzeichnungspflichtig sind, ist falsch: auch synthetische KI-Standardstimmen (z. B. aus Voice-Tools) lösen die Pflicht aus, wenn sie menschlich wirken. Umsetzung: gesprochener Hinweis, bei Display zusätzlich visuelles Icon.
Müssen KI-generierte Marketing-Texte gekennzeichnet werden?
Meist nicht. Die Textpflicht greift primär bei Texten von öffentlichem Interesse. Rein werbliche Texte fallen laut Wettbewerbszentrale oft nicht darunter, und ein finales menschliches Lektorat mit redaktioneller Verantwortung befreit zusätzlich.
Reichen C2PA-Metadaten zur Kennzeichnung aus?
Nein. Metadaten sind eine sinnvolle technische Basis, gehen aber leicht verloren (Re-Upload, Screenshots). Das AI Office erkennt das an: Vorhandensein von Metadaten befreit nicht. Deepfakes und relevante KI-Texte müssen klar wahrnehmbar gekennzeichnet werden: Sichtbarkeit schlägt Metadaten.
Was kostet ein Verstoß gegen die Kennzeichnungspflicht?
Nach Art. 99 KI-VO bis zu 15 Mio. € oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes (je nachdem, was höher ist). Dazu kommen UWG-Abmahnungen durch Mitbewerber und Verbraucherschützer. Für die individuelle juristische Bewertung empfehlen wir die Abstimmung mit Ihrer Rechtsabteilung.
// Verwandte KI-Services
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